Nordrhein-Westfalen
Vorschlag

Erinnerungsort

Objekt: Turm des Walkenbrückentores - Rest der ehemaligen Stadtbefestigung von Coesfeld

Adresse: Mühlenplatz, Coesfeld

Migrationsereignis

Kurzbeschreibung: Adelige und geistliche Emigranten fliehen vor der französischen Revolution ins Münsterland.

Zeitraum: 1792 - 1806

Beschreibung: „Groß, schön und befestigt“, so beschrieb das Dictionnaire géographique von Vosgien aus dem Jahr 1747 die Stadt Coesfeld. 1792, als Tausende vor der französischen Revolution in das Münsterland flohen, von denen sich ein knappes halbes Hundert in Coesfeld ansiedelte, beschrieb einer von ihnen, der aus dem nordfranzösischen Rouen stammende Abbé Guillaume André René Baston, in seinen Tagebuchaufzeichnungen sehr detailliert das Leben in der Berkelstadt. Armut und Dreck seien bei seiner Ankunft die ersten und dauerhaftesten Eindrücke gewesen. Von der Stadtbefestigung entdeckt er kaum mehr als Ruinen - „geringe Mauerreste, welche die armen Leute Stein um Stein abtragen.“ Die Stadttore seien „so vermorscht, dass man mit geringer Mühe darunter her oder hindurch schlüpft“. Trotzdem: Er freundete sich mit seiner neuen Zwangsheimat an, beschrieb auf Hunderten von Seiten das Leben und Sterben und schuf somit eine erstrangige Quelle zu den französischen Emigranten in ihrer neuen Umgebung, aber auch zum Münsterland.
Ein Teil der Aufzeichnungen des Abbé Baston liegt in deutscher Übersetzung vor (Heinrich Weber, Coesfeld um 1800 – Erinnerungen des Abbé Baston, Beiträge zur Landes- und Volkskunde des Kreises Coesfeld 3, Coesfeld 1961).

Vorschlagende / Vorschlagender

Name: Norbert Damberg, M. A., Stadtarchivar Coesfeld