Nordrhein-Westfalen
Vorschlag

Erinnerungsort

Objekt: LWL - Industriemuseum
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Ziegeleimuseum Lage

Adresse: Lage

Migrationsereignis

Kurzbeschreibung: Temporäre Migration lippischer Ziegler (Wanderziegler) zur Saisonarbeit auf Ziegeleibetrieben außerhalb ihrer Heimat Lippe

Zeitraum: 1650 – 1945

Beschreibung: Das ehemalige Fürstentum Lippe gilt als traditionelles Abwanderungsgebiet lippischer Wanderziegler, die in Ermangelung heimischer Arbeitsplätze in der Fremde ihr Brot verdienen mussten. Zunächst als Grasmäher und Erntearbeiter und mit Beginn der Industrialisierung vermehrt auch als Ziegler verließen sie im Frühjahr ihre Heimat, um während der frostfreien Jahreszeit auf Ziegeleibetrieben in einer Männergesellschaft zu arbeiten. Nur in den Wintermonaten kehrten sie zu ihren Familien zurück. Die Arbeits- und Lebensbedingungen auf den Betrieben waren hart: lange Arbeitszeiten, enge Unterkünfte, unzureichende hygienische Zustände, fehlende Privatsphäre, einseitige Kost und die lange Zeit des Getrenntseins von ihren Familien prägten das Leben dieser Menschen. Zum Höhepunkt der Migrationsbewegung, um 1900, verließen bis zu 30 % der männlichen erwerbstätigen Bevölkerung Lippes als Wanderziegler ihre Heimat. Zurück ließen sie ihre Kinder und Frauen, die sich allein um Haus- und Landwirtschaft und um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern hatten. Noch heute ist das historische Ereignis fest im Bewusstsein der lippischen Bevölkerung verankert. Das Ziegeleimuseum in Lage dokumentiert dieses spezielle Migrationsthema im Rahmen seiner Dauerausstellung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und sozialer Verhältnisse.

Vorschlagende / Vorschlagender

Name: Dr. Andreas Immenkamp, wissenschaftlicher Referent, Dortmund